Darum wächst Amazon Prime Video in Großbritannien schneller als Netflix


Amazon/Netflix
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Der Online-Versandhändler Amazon ist aktuell im Aufwind, denn wie vor kurzem bekannt wurde, wird sein Streaming-Dienst Amazon Prime Video der beliebten, aber von Syfy abgesetzten Science-Fiction-Serie The Expanse ein neues zu Hause geben. Die Ambitionen des Anbieters in Bezug auf seine Streaming-Inhalte kommen aber schon seit einer Weile gut an, denn laut den Nachforschungen von BARB verzeichnete Amazon Prime Video in Großbritannien 2017 ein schnelleres Wachstum als jeder andere VoD-Service. Zu 3 Millionen Abonnenten kamen im vergangenen Jahr 1,3 Millionen neue Kunden hinzu. Dies entspricht einem Zuwachs von über 40 Prozent innerhalb von nur 12 Monaten. Streaming-Marktführer bleibt indes Netflix (via The Guardian).

BARB verglich im Rahmen seiner Auswertung die Jahreszahlen von Amazon, Netflix sowie dem Sky-Ableger Now TV miteinander. Daraus ergibt sich, dass Netflix 2017 mit 25 Prozent mehr Abonnenten das langsamste Wachstum vorwies. Das wiederum bedeutet aber nicht, dass die Konkurrenz den Streaming-Dienst überholt hat, denn die Prozentangaben basieren jeweils auf der Anzahl der Kunden des Vorjahres. War diese schon damals sehr hoch, ist es schwieriger, ein prozentual großes Wachstum zu erreichen. So konnte Netflix Ende 2016 6,6 Millionen Abonnenten vorweisen und gewann 2017 sogar mehr Neukunden hinzu als Amazon - prozentual entsprechen 1,6 Millionen Netflix-Neulinge in diesem Fall allerdings "nur" einem Wachstum von 24 Prozent. Ende 2017 beliefen sich die Abo-Zahlen bei Netflix in Großbritannien insgesamt auf 8,2 Millionen, Amazon verbuchte demgegenüber 4,3 Millionen Kunden. Hier wird die Dominanz von Netflix klar sichtbar.

Netflix muss sich warm anziehen

Wie jedoch Richard Broughton, seines Zeichens Analytiker bei Ampere, prophezeit, kann Amazon eines Tages die Lücke zu Netflix schließen. Dazu beitragen wird möglicherweise das Gespür des Konzerns für vielfältiges Marketing ebenso wie die steigenden Investitionen in exklusiven Content. Als Beispiel kann an dieser Stelle Amazons geplante Herr der Ringe-Serie dienen, bei der es sich um ein extrem teures Mega-Projekt handelt. Der potentielle Fantasy-Kracher soll noch viele weitere Menschen in die Arme von Amazon treiben. Laut Broughton wird Amazon als VoD-Marke aktuell noch nicht im selben Maße wahrgenommen wie Netflix. Aufgrund der generellen Attraktivität des weitreichenden Prime-Angebots könnte in Zukunft aber eine Verschiebung eintreten, sofern der Konzern weiter aufs Gas tritt.

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moviepilot Team
Jenny von T Jennifer Ullrich
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