Brooklyn Nine-Nine - 5 Gründe, in die Polizei-Sitcom einzusteigen


Brooklyn Nine-Nine
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Hält sich jung mit Coming-of-Age-Filmen.

Heute startet in den USA bei FOX die 4. Staffel der Polizei-Comedy Brooklyn Nine-Nine. Euch hat die Single-Camera-Sitcom bislang nicht gereizt? Vollkommen okay. Jetzt aber werdet ihr euer Versäumnis nicht mehr rechtfertigen können. Ob ihr wollt oder nicht, hier habt ihr fünf Gründe, in die Serie einzusteigen. Dann heißt es nicht mehr Brooklyn Nine-Nine sondern Brooklyn Ja-Ja!

Grund 1: Humor-Realismus nach Parks and Recreation-Art
Nach dem Büro und dem Grünflächenamt war das Polizeirevier die logische Fortführung der humoristischen Bearbeitung menschengeschaffener Bürokratiebastionen. In Brooklyn Nine-Nine nahmen sich Dan Goor und Michael Schur trockene Dienstwege vor und die egomanischen Polizeibeamte, die sich mit ihnen rumschlagen müssen. Auf Goor und Schurs fruchtbarem Kreativmist sind zuvor bereits die Mockumentary-Sitcoms The Office und Parks and Recreation gewachsen. Brooklyn Nine-Nine verzichtet zwar auf Genre-Marker wie Beichtstuhl-Interviews und verlegene Blicke der Charaktere in die Wackelkamera, der realistische Stil der Autoren ist aber unverkennbar. Gerne lassen die ihre Charaktere sich in ihrer Unbehaglichkeit winden. Der Humor ist dabei nicht ganz so subtil und vielschichtig wie eben bei Parks and Rec, die Brooklyn Nine-Nine-Brachialität ist aber auch nicht zu verachten.

Grund 2: Chelsea Peretti als Gina Linetti
Und dann wäre da noch Gina Linetti (Chelsea Peretti), der seltsamste Charakter der Serie und der mit den witzigsten Szenen. Gina lebt in ihrer eigenen Welt, in der alle Gina lieben. Und die, die es nicht tun, wissen es nur nicht. Chelsea Peretti als Gina Linetti vermag es, in einer Sitcom mit Scene stealer Andy Samberg, aufzufallen, obwohl sie als statusfixierte Giftspritze nur wenige Szenen serviert bekommt, diese aber mit ihrem bemerkenswert pointierten Mienenspiel und fein gestreuten Verzögerungen, die zu unbehaglichen Gesprächspausen führen, an sich reißt. Gina gibt den Takt einer jeden ihrer Szenen vor. Die Assistentin geht dabei als typischer Schur-Charakter durch, der sich mit seiner Selbstbezogenheit stets an den Kanten seiner Umwelt stößt, jedoch viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt ist, um das überhaupt zu bemerken. Außerdem scheint Gina mit ihrer Haltung ja ganz gut durchs Leben zu kommen.

Grund 3: Die Anti-Bromance zwischen Holt und Peralta
Die Einführung Ray Holt (Andre Braugher) als neuer Revier-Chef dient als dramatischer Ausgangspunkt der Sitcom. Holts Vorgänger hatte den Laden geführt wie einen Prenzlauer Berger Kindergarten und den selbstbewussten Clown Jake Peralta damit zum heimlichen König des Büros befördert. Als der strenge Ray Holt mit seiner Ankunft endlich Ordnung in den Laden bringen will, prallen er und Jake zwangsläufig aneinander, fast jede der ersten Episoden extrapoliert ausgiebig den Konflikt zwischen dem aufgekratzten Peralta und dem stoisch-disziplinierten Holt. Da Jake gleichzeitig jedoch ein äußerst fähiger und ehrgeiziger Polizeibeamter ist und Holt natürlich nicht so kühl, wie er immer tut, finden die beiden im Laufe der Serie zueinander. Ohne einen Jake, der seinem Captain permanent auf der Nase rumtanzt, würde der Serie aber ein großes Stück Dialog- und Konfliktstoff fehlen. Wie lange sich der Archetyp unter den Buddy-Cop-Movie-Figurenkonstellationen noch strecken lässt, wird sich zeigen.

Grund 4: Die tollen Gastauftritte prominenter Komiker
Ja, das Ensemble mit dem ehemaligen Saturday Night Live-Prinzen Andy Samberg, Joe Lo Truglio, Melissa Fumero und Stephanie Beatriz ist bestens austariert und dynamisch im Zusammenspiel. Für Abwechslung in der Besetzung während der in der Regel 23 Episoden schweren Staffeln ist aber ebenfalls gesorgt. In der letzten Staffel trat der großartige Bill Hader als Captain Seth Dozerman auf, dieses Jahr wird die Saturday Night Live-Tradition mit Maya Rudolph fortgeführt. Außerdem schauten bislang Andy Richter, Patton Oswalt und Adam Sandler im 99. Revier vorbei. In der kommenden 4. Staffel dürfen wir überdies gespannt sein auf das Crossover mit New Girl, wo ja unter anderem der Möchtegern-Polizist Jake Johnson aus Let's be Cops - Die Party Bullen mitspielt.

Grund 5: Zu guter Letzt: Ein weinerlicher Terry Crews
... dessen Körper so massig ist, dass die Sterilsationspraxis nicht ausreichend Anästetikum vorrätig hatte, um ihn angemessen zu betäuben. Die Rolle des sensiblen Riesen, der seine Autorität mit gelegentlicher Strenge rausputzt, steht Terry Crews bestens. In Brooklyn Nine-Nine spielt er Sergeant Terry Jeffords, der sich nach einem traumatischen Vorfall während eines Einsatzes in den Innendienst versetzen lässt. So wird der Polizist mit dem Körper eines Gladiators zum weinerlichen Pazifisten, der während der Akklimatisierungsphase von Captain Holt den Laden zusammenhält. Crews, ein ehemaliger Profi-Footballer, holt aus dieser Rolle alles raus - wahrscheinlich, weil sie ihm auf den Leib geschrieben wurde.

Bei Netflix könnt ihr derzeit immerhin die ersten 2 Staffeln Brooklyn Nine-Nine aufholen. Parallel strahlt RTL Nitro die 2. Staffel als Free-TV-Premiere und die 1. als Wiederholung aus.

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