Feinde - Hostiles - Kritik


Hostiles

US · 2017 · Laufzeit 134 Minuten · FSK 16 · Western, Abenteuerfilm, Drama · Kinostart
Du
  • 8 .5

    Ein Meisterwerk aus vergangenen Tagen. Sound, Setting und alles stimmt und ist mehr als gewaltig. Das ist großes Kino, ein Film auf den man nicht mehr zu Hoffen wagte. Sehenswert.

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    • 8 .5

      Der Film fühlt sich so echt nach Western an, dass ich schon Staub im Mund schmecke...

      • 3
        lieber_tee 07.07.2018, 00:20 Geändert 07.07.2018, 03:45

        Was nutzen all die edlen Absichten, wenn sich ein Film falsch anfühlt…
        Scott Coopers „Hostiles“ soll eine über-offensichtliche Meditation über die Schattenseite der menschlichen Natur, der amerikanischen Seele, sein. Als revisionistischer Western angelegt, will er die Wurzeln des Rassismus erforschen und eine mögliche (Er-) Lösung propagieren. So müssen wir überlang, mit viel Geduld, durch die Klischeekiste des Westerns reiten, episodisch und sich wiederholend, anachronistische und politisch-korrekte Predigten anhören. Nicht elegisch, sondern zäh, mit grotesker Gewalt unterbrochen, ist Cooper ständig darauf bedacht, niemanden zu dämonisieren, bloß nichts falsch zu machen, um den Weg zur Errettung zu erfüllen. Was als humanistische Reise bzw. Anti-Gewalt-Parabel über die Menschlichkeit gemeint ist, fühlt sich aber wie eine heuchlerisch-historische Reißbrett-Versöhnung mit den Native-Americans an, wo am Ende dann die Bösen als Katharsis erschossen werden. Verständnis und Empathie ist hier wichtig, aber die moralische Verwandlung unseres (Anti-) Helden vom Saulus zum Paulus wirkt nie plausibel. Mit weinerlich-nervigen Schwermut eines Begräbnisgangs quält sich Christian Bale durch den Film, Rosamund Pike muss als substanzloses, feministisches Falschgeld herhalten und die „indianischen“ Charaktere sind nur Plot-Figuren um den weißen Mann zu begnadigen. Das ist nie „unterhaltsam“, nie aufschlussreich, das ist einfach nur öde und platt, funktioniert so gar nicht als Western-Blaupause zur US-Gegenwart.
        3 Zweckgemeinschaften für die Erleuchtung.

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        • 10
          Moviegoer 05.07.2018, 08:01 Geändert 05.07.2018, 08:01

          In Feinde - Hostiles brilliert Christian Bale einmal mehr mit seiner starken Performance in diesem grandiosen Spätwestern. Die ruhige und teils melancholische Erzählweise überzeugt genauso wie die schöne Kameraführung von Masanobu Takayanagi, der mit seinen Aufnahmen den rauen Look des Wilden Westens hervorragenden einfängt. Ein Meisterwerk das von Anfang an einen packt. Feinde - Hostiles gehört zu den besten Filmen 2018

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          • 7 .5

            Wer Western mag, kann hier bedenkenlos reinschauen. Tolle Landschaftsaufnahmen, starker cast (insbesondere R. Pike stach für mich heraus) und trotz der Laufzeit wenig Längen.

            • 7 .5

              Einen Western zu machen halte ich stets für mutig, da es doch immer noch ein sehr spezielles Genre ist und nicht jedermanns Fall. Viele Produktionsstudios dürften da wahrscheinlich ihre Finanzierung verweigern.
              "Feinde - Hostiles" ist allein schon deswegen ein ziemlich gelungenes Machwerk, weil der "Wilde Westen" hier komplett unromantisch in seiner ganzen Brutalität dargestellt ist (entsprechend munter sterben die Leute vor sich hin). Die Story an sich ist wenig überraschend (Feind und Feind versöhnen sich im Angesicht anderer Feinde). Highlights des Films sind zum einen die großartigen Weitwinkel-Aufnahmen der Landschaft, die ein großartiges Gefühl dieser unendlichen Weiten dieser Zeit vermitteln. Zudem macht Christian Bale einen großartigen Job als Cpt. Jo Blocker - macht viel Freude ihm zuzusehen.
              Fazit: gelungener Western, den ich ohne Zweifel jedem Westernfan ans Herz legen würde. Wer das Genre nicht so mag, ist hier womöglich eher wenig angetan.

              • 10
                bestseimon 11.06.2018, 12:43 Geändert 12.06.2018, 12:37

                "Hostiles" ist vielleicht einer der aufrichtigsten Western, die je im Kino gelaufen sind. Hier gibt es keine klassischen Westernhelden. Keine klare Unterteilung in Gut und Böse. Keine lässigen Revolverduelle. Dieser Western hat einen tiefen melancholischen Sog. Mitunter mutet er fast wie ein Nachkriegs-Drama an. Letztendlich handelt er von Männer, die an ihren Taten im Krieg langsam zerbrechen und auf Versöhnung aus sind. Das mag für einen Western eigentlich zu sentimental klingen. Es ist aber einfach herzzerreißend. Auch weil das Darsteller-Ensemble um Christian Bale sich unter die Haut spielt. Man ist in diesen Zeiten dankbar, einen Film wie "Hostiles" im Kino sehen zu dürfen.

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                • 7

                  Der Film ist ein guter Kommentar auf das "Andersticken" der Amis inklusive Waffenwahn und "NRA" .

                  Und irgendwie sind die mordenden Kommantschen nichts anderes als Terroristen, die für sich vielleicht sogar meinen, einen Grund für ihr Morden zu haben. Waren halt nicht alle Indianer so vergebungsbereit wie die Cheyenne, nach allem was ihren Völkern von den Weißen angetan wurde.

                  Und dass zu einem "Western" die Pferdekaravane vor dem Sonnenuntergang dazu gehört ist einfach Pflicht, und von mir aus auch die melodramatische Richter-Musik!

                  • 7
                    rasi_x 10.06.2018, 17:08 Geändert 10.06.2018, 17:11

                    Schon interessant zu sehen, dass hier viele den Film als rau und authentisch beschreiben. Ich empfand den Film insgesamt für sein Genre sogar ziemlich glatt poliert. Unterstützt wird dies durch ziemlich kitschige musikalische Untermalung.
                    Mrs. Quaid hat den gesamten Film über perfekt gepflegte Haare und der Verlauf der Geschichte ist eigentlich schon bei Erhalt des Auftrags klar.

                    Und doch erzählt der Film seine Geschichte auf eine angenehm ruhige Art und Weise, schreckt nicht vor ein wenig Brutalität zurück und auch wenn das ganze sicher nicht frei von Klischees ist, hatte ich dennoch meine Freude an dem Film.

                    Bei all den Toten, die der Film zu verzeichnen hat, versuchte der Film stets zu vermitteln, dass es Gut und Böse auf beiden Seiten gibt.
                    Und wie das halt so ist, schwingt dabei nun einmal auch eine ganze Menge Kitsch mit. Kann man mögen oder eben nicht. Ich mag keinen Kitsch und kann mich dennoch zu 7/10 Punkten hinreißen lassen.

                    • 7 .5
                      Toaster85 09.06.2018, 22:52 Geändert 09.06.2018, 23:48

                      Ein Western, der eine Geschichte erzählt, die wirklich hätte so passieren können.
                      Nein, das ist keine Heldengeschichte und keine Geschichte einer Figur, die erhaben über alles steht.
                      Man erkennt, dass das Leben zu dieser Zeot verdammt hart war und beide Seiten, Amerikaner und Indianer, nicht ganz unschuldig an dem Hass und dem "Rassismums". Im Endeffekt haben alle Seiten verloren, ganz besonders die unterdrückten Ureinwohner.
                      Wer einen Film ohne Hollywood Popcorn Story mit guten Darstellern und rauhem Flair schauen will ist mit diesem Film sehr gut bedient. :)

                      7,5/10 Skalps

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                        Dieser Beitrag ist als Kritik zu verstehen. "Wenns dich nicht interessiert, brauchste das ja nicht lesen"

                        Ich hätte mich sehr gefreut, beispielsweise zu diesem Film hier (aber auch zu anderen Filmen ähnlichen Kalibers), einen kleinen Hintergrundartikel zu lesen.

                        Es kam die Präsentation des Trailers, ja (wobei diese Artikel auch oft recht nichtssagend sind, aber immerhin!). Außerdem wurde der Film in ein oder zwei Sammel-Artikeln erwähnt. Aber wirkliche Infos dazu gibt es hier nicht. Und auch zu ähnlichen Filmen gibt es kaum etwas. Dafür werden zu den (zugegeben, ungleich populäreren) Filmen aus der STAR WARS-Reihe oder aus dem MARVEL/DC-Universum zahlreiche, pardon, oft nichtssagende, überflüssige und rein spekulative Artikel verfasst ("Ein Twitter-User behauptet, er kennt den Batman. Der User ist Autor. Und hatte manchmal bei seinen Spekulationen recht, manchmal nicht." Leute, euer ernst - daraus ein Artikel!?). Auch zu den populärsten Serien entstehen ständig Artikel zu wirklich jeder Aussage oder Information, die irgendjemand mal irgendwo verbreitet hat.

                        Die Filme unterhalb der Blockbuster-Riege hingegen gehen (mittlerweile immer mehr) unter hier auf Moviepilot, wobei man auch hier zahlreiche Dinge berichten könnte. HOSTILES ist dabei nur ein beliebiges Beispiel. Diese Art von Film erhält erst wirkliche Aufmerksamkeit, wenn er plötzlich Preise einheimst oder wenn es Skandälchen darum gibt.

                        Ich weiß, ich kritisiere MP oft, vielleicht manchmal auch ein bisschen überzogen. Und ich verstehe natürlich auch, dass man Artikel vor allem in den Bereichen schreiben muss, die besonders beliebt sind. Da habe ich ja auch nichts dagegen. Aber die Verhältnismäßigkeit ist seit vielen Monaten einfach nicht mehr gegeben.
                        Klar, ich muss ja die Mainstream-Berichte nicht lesen. Tu ich aber. Die kleineren, für mich interessanteren Artikel kann ich nämlich nicht mehr lesen - weil sie nicht mehr/weniger geschrieben werden und, da bin ich mir sicher, weil manche Mainstream-Nachrichten den Platz der kleineren Artikel eingenommen haben. Schon deshalb ist es legitim, das zu kritisieren.

                        Ja, viele wollen Marvel, Star Wars und Co und freuen sich über jeden Futzel, der passiert. Aber es gibt auch viele, die sich über andere Artikel freuen.
                        Gerade übrigens auf einer Seite wie MP ist es ja nicht so, dass man nur auf den Geschmack der Massen reagiert, sondern der gemeine User wird auch ein Stück selbst herangezüchtet und ich empfinde es leider immer mehr so, dass eben zu sehr auf Mainstream und die "großen" Themen gesetzt und das Kleine dabei vergessen wird. Nicht erst seit gestern. Ich kritisiere dieses Vorgehen ja mittlerweile schon seit Jahren (mit nullkommanull Erfolg). Und trotzdem habe ich - bisher zumindest - die Hoffnung nicht aufgegeben, dass vielleicht doch mal wieder ein Mittelweg eingeschlagen wird.

                        Liebe MP-Redaktionler, bitte, ihr seid doch auch Fans von Filmen, die kleiner sind, die nicht nur im Mainstream verankert sind. Auch ihr interessiert euch doch für Hintergründe, spannende Infos, Entstehungsgeschichten, mal knackige Interviews mit Darstellern. Auch ihr seid doch nicht nur Marvel-/StarWars/GoT-/TWD-Fanboys and -girls. Ihr seid eine (mittlerweile) echt große, eine vielfältige Seite. Tut es da euch nicht manchmal selbst weh, welche Artikelauswahl ihr setzt? Welchen Fokus ihr habt - und welche Bereiche ihr dabei vernachlässigt? In welche Richtung ihr immer weiter (nämlich in die Mitte) driftet, anstatt auch mal die Themen daneben zu beachten?

                        Ihr müsst die Mitte nicht aufgeben, das verlangt niemand und ist auch aus kommerzieller Sicht nicht sinnnvoll. Aber bitte (!): Vergesst nicht, dass auch (immer noch) User hier sind, die gerne auch mal etwas anspruchsvollere, hintergründigere, informativere Artikel lesen würden. Viele davon sind die User, die hier kommentieren, die auch mal Dinge hinterfragen, die sich interessieren, die längere Beiträge schreiben, die sich wirklich engagieren. Eben das, was MP wirklich so einzigartig und cool gemacht hat und was nun leider nach und nach stirbt (und nein: noch ist MP nicht tot).

                        Darum meine Bitte: Geht mit gutem Beispiel voran, seid für Vielfalt, für viele unterschiedliche Meinungen, Themen, Bereiche. Lasst MP, wie es gut und cool war, nicht so einfach sterben.

                        Ich (und ich denke viele andere hier) wären euch wirklich dankbar.

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                        • 6

                          Toller Cast und handwerklich gut inszeniert, auch die ruhige Erzählweise hat mich nicht gestört, trotzdem wollte der Funke nicht so ganz überspringen.

                          • 7 .5

                            Ich könnte mir tatsächlich vorstellen, dass das ziemlich nah an die Realität des "Wilden Westens" rankommt.

                            War jedenfalls kein Zuckerschlecken damals und beide Seiten haben halt verloren.

                            Wenn man auf die harte Realität steht, kann man sich den Film anschauen. Möchte man lieber Hollywood Popcorn Kino mit bunten Schmetterlingen und schönen Regenbogen, sollte man vielleicht doch was anderes anschauen.

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                            • 8

                              In "Hostiles" wird der Zuschauer mit einer Texttafel empfangen, die ein Zitat von D. H. Lawrence enthält. Darin beschreibt der englische Schriftsteller die Essenz der amerikanischen Seele als hart, isoliert, stoisch und mörderisch. Zum Schluss konstatiert er, dass sie noch nie geschmolzen sei. Dieser Aussage widmet sich Scott Cooper in seinem neuen Film mit ebenso gnadenloser wie ausgiebiger Intensität, indem er die Seelen der Figuren immer wieder so nahe wie nie an den persönlichen Schmelztiegel drängt. Dabei macht der Regisseur schon in der Auftaktsequenz keine Gefangenen. Die im Jahr 1892 angesiedelte Handlung beginnt mit einer von Rosamund Pike gespielten Frau, deren Mann zuerst von Komantschen getötet wird, bevor ihre beiden kleinen Töchter und das Neugeborene, das Rosalee in den Armen trägt, auch noch durch Kugeln der Angreifer zu Tode kommen.
                              Rosalee bleibt jedoch bei weitem nicht der einzige Mensch, den Cooper hier mit unerträglichen Abgründen konfrontiert. Im Mittelpunkt der Geschichte steht U.S.-Army-Captain Joseph Blocker, der von seinem Vorgesetzten dazu beauftragt wird, den krebskranken Cheyenne-Chief Yellow Hawk und vier seiner Familienmitglieder in deren Stammesgebiet zu eskortieren. Hier soll der sterbende, seit sieben Jahren inhaftierte Indianer seine letzte Ruhe erhalten. Über 1000 Meilen erstreckt sich der Weg, den die Truppe zurücklegen muss, und gegen jede einzelne davon sträubt sich Blocker zunächst. Der Grund dafür ist die Vergangenheit, auf die er mit Hawk zurückblickt. Beide sind Männer, die dem Töten und Sterben in unzähliger Variation beigewohnt haben und beide begegnen sich gegenseitig als abgestumpfte Schlachter, die Opfer auf den jeweiligen Seiten in hoher Zahl zu verantworten haben.
                              Doch Blocker, den Christian Bale in grandios elektrisierender Form zwischen Selbsthass und müder, leerer Abgekämpftheit spielt, kann diesem letzten Auftrag kurz vor seinem Ruhestand nicht entkommen. Da die Anweisung direkt vom Präsidenten kommt, wird dem Captain angedroht, dass ihm die Pension gekürzt wird, sollte er den Eskortierungsauftrag verweigern. Also tritt er den langen, schweren Weg an, den Cooper wiederum für eine Erkundungsreise in die Psyche einer ganzen Nation nutzt, die bis heute in der Gegenwart noch von tief gespaltenen Konflikten geprägt wird. Im Gewand eines formschönen Spätwesterns, der von den majestätischen Landschaftspanoramen von Kameramann Masanobu Takayanagi und den gefühlvollen, eindringlichen Klängen von Komponist Max Richter veredelt wird, entpuppt sich "Hostiles" nichtsdestotrotz die gesamte Länge seiner zermürbenden 134 Minuten über als kräftefordernder Brocken. Unnachgiebig stürzt der Regisseur die Figuren in den sich endlos wiederholenden Kreislauf aus Töten, Sterben und Verlust, den die meisten von ihnen wie eine unüberwindbare Krankheit mit sich herumtragen.
                              Als Blocker und sein kleiner Trupp nach kurzer Zeit die traumatisierte Rosalee entdecken, die ihr totes Neugeborenes immer noch als blutrotes Bündel in ihren Armen trägt, nehmen sie die Frau mit auf den Weg. Nach und nach scheint der harte Kern innerhalb der Truppe aufzuweichen, nachdem sich auch die Familienmitglieder des störrischen Indianer-Chiefs für das Schicksal der schwer geschädigten Rosalee erwärmen und dieser in ihrer Trauer und Verzweiflung mit Anteilnahme beistehen wollen. Spätestens hier entwickelt sich Coopers Film zunehmend in ein Werk über die langsame Annäherung zwischen Menschen, die schon alleine durch den historischen Kontext, in den sie eingebettet sind, niemals auf eine gemeinsame Ebene kommen würden.
                              Doch Cooper erweist sich zwischen den grimmig-archaischen Tönen, von denen die Atmosphäre dieses Films überwiegend beherrscht wird, als hoffnungsvoller Erzähler, der selbst im vermeintlichen Stillstand der brutalen Konfrontationen und unausweichlichen Tötungen nach Verständnis und Mitgefühl forscht. Dadurch lässt sich "Hostiles" in der jüngeren Kinogeschichte durchaus mit Filmen wie Quentin Tarantinos "The Hateful Eight" oder Martin McDonaghs "Three Billboards Outside Ebbing, Missouri" vergleichen, die ebenfalls davon handeln, wie innerlich schwer gezeichnete sowie durch ihr Umfeld maßgeblich geformte Individuen in ausweglos scheinenden Situationen voller Gewalt einen möglichen Weg zueinander finden.
                              Auf ihrem Pfad tief durch die dunkle Seele eines Amerikas, dessen Fundament auf Massenmord fußt, erweist Blocker einem alten Bekannten noch einen zusätzlichen Gefallen und erklärt sich dazu bereit, einen Gefangenen zu dessen Todesstrafe durch den Galgen zu eskortieren. In Haft befindet sich der Amerikaner, weil er eine Familie von Ureinwohnern gnadenlos abgeschlachtet hat. Wieder sind es zwei Männer, die durch gleiche Taten verbunden sind, wobei der eine laut eigener Aussage nur seinem Job nachgeht. In einer Szene des Films erklärt Master Sergeant Thomas Metz, den eine langjährige Freundschaft mit Blocker verbindet, einem unerfahreneren Lieutenant, der gerade zuvor zum ersten Mal töten musste, dass er in seinem Leben schon alles getötet hat, was geht oder kriecht. Das Töten selbst würde er schon gar nicht mehr wahrnehmen. Nur der ständige Verlust, der mit dem Tod einhergeht, an den würde er sich niemals gewöhnen können. "Hostiles" ist der ebenso auslaugende wie trostspendende Versuch, diesem Verlust zumindest einen kleinen Hoffnungsschimmer entgegenzusetzen.

                              „Sometimes I envy the finality of death. The certainty. And I have to drive those thoughts away when I wake.“

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                              • 5

                                Weißer, grummeliger Massenmörder und weiser, altehrwürdiger Indianerhäuptling lernen sich liebzuhaben, im gemeinsamen Kampf gegen die bösen Eingeborenen (zu erkennen an ihrer blinden Mordlust und den rot bemalten Gesichtern), um sich mit dem letzten Atemzug dann gegenseitig (!) ihre Bluttaten zu vergeben. Some very fine people on both sides. Irre. Am Ende muss der geläuterte Christian Bale, der den ganzen Film über einen Heulkrampf unterdrückt (außer wenn er sich vor Gewitterblitzkulisse tonlosen Schreianfällen hingibt), dann noch eine echte Mannestat begehen und Gleiches mit Gleichem vergelten. Über den vieldiskutierten "Three Billboards..." kann man ja sagen was man möchte, aber immerhin hat der seine Gewalt noch als grausamen Zyklus aus Leid und Verzweiflung begriffen. "Hostiles" dagegen beschließt sein Morden mit einem finalen, besonders saftigen Mord – zugekleistert von hymnischer Max-Richter-Musik, mit anschließendem Qualblick zum Publikum. Und dass obwohl der Film zu diesem Zeitpunkt eigentlich schon längst zu seinem eigenen Witz geworden ist – mit dem verschenkten Auftritt Ben Fosters, der in amerikanischen Westerndramen über romantisch leidende Männer scheinbar nicht mehr fehlen darf. Immerhin: ulkig ist das alles ja, sogar sehr.

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                                  Begriffstutzer 31.05.2018, 18:28 Geändert 10.06.2018, 19:01

                                  Hat mir super gefallen !
                                  Die ganze Zeit über musste ich an Apocalypse Now denken...Kameraführung, Kameraeinstellung, angenehm ruhige aber von Gewaltausbrüchen unterbrochene Atmosphäre, guter Soundtrack, teilweise hypnotische Bilder, sogar die Story...
                                  irgendwie wie ein (gutes) Western-Remake von Apocalypse Now...

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                                  • 7

                                    Vor allem Christian Bale gibt dem hasserfüllten Soldaten ein fesselnd eindringliches Gesicht. [Günter H. Jekubzik]

                                    • 2

                                      Ich fand den Film sterbenslangweilig und dazu noch viel zu lang.
                                      Teilweise aber schöne Landschaft, deswegen 2,0

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                                      • 7 .5

                                        Obwohl in seiner filmischen Struktur, in der Darstellung und in der Opulenz der Fotografie durchaus den Western aus der Glanzzeit des Genres verwandt, ist Feinde – Hostiles von den gelegentlichen restaurativen Versuchen, die Gattung mit all ihren Klischees wiederzubeleben, weit entfernt. [Franz Everschor]

                                        • 7 .5

                                          Bei Feinde – Hostiles zeigen sich weder die Indianer noch die Weißen nur als Täter oder nur als Opfer. [...] Auf Fragen von Moral und Gerechtigkeit gibt es keine eindeutigen Antworten in diesem Western, der auch ein Kriegsfilm ist. [Michael Kieffer]

                                          • 8

                                            Feinde - Hostiles ist ein bildgewaltiges und intensives Epos über Liebe und Hass, Gnade und Vergebung. Christian Bale brilliert als verbitterter Joseph Blocker. [Krischan Koch]

                                            • 7 .5

                                              Cooper lädt das Genre politisch auf, ohne es komplett zu dekonstruieren [...]. Der Western lebt in Feinde - Hostiles, aber in die mythisch überhöhte Welt von früher wird er nie wieder zurückkehren können. [Oliver Kaever]

                                              • 9

                                                Allein die letzte Szene würde diesen Film schon zu was besonderen.machen.
                                                Das war wohl filmisch die eleganteste Lösung ever...........einfach nur Klasse.

                                                Für mich der weit beste Film den ich bisher in 2018 gesehen habe....aber das Jahr ist ja noch relativ jung - mal sehen ob da noch was rankommt.

                                                Nur wer auf diesen ganzen "Marvel" Ramba Zamba steht, sollte doch eher die Augen von "Hostiles" lassen - das sind dann doch Welten ; )

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                                                • 6

                                                  Scott Cooper erzählt von einem US-Captain, der Cheyenne-Häuptling samt Familie zum Sterben in sein Stammesgebiet geleiten soll. Was zunächst in klassischer Western-Manier daherkommt, mit großen Bildern und elegischer Atmosphäre, untersucht gewissenhaft das Trauma der Indianerkriege. [Patrick Seyboth]

                                                  • 5 .5

                                                    Ist mir ein bisschen zu gramgebeugt und schwermütig.